Freunde stoßen beim Essen an

3 Antistresstipps für Gastgeberinnen mit Perfektionswahn

Am Abend kommen Gäste und du rödelst wie wild in der Küche herum, damit alles supertoll wird? Mir kommt das bekannt vor, früher habe ich oft nonstop in der Küche gestanden und rumgewirbelt. Bis ich eines Tages geschnallt habe: Meine Mutter war ja genau so! Das hat mich oft genervt, weil es so hektisch war, sie am Ergebnis rumkritisiert oder sich dauernd entschuldigt hat. Irgendwie ist diese Oberanspruchshaltung auf mich übergeschwappt. Auch, wenn ich sie doof finde. Immerhin weiß ich heute, wo das Bild der perfekten Köchin herkommt. Das hilft mir, milder mit mir umzugehen.

Wenns dir auch so geht, dann bitte mal tief durchatmen: Wir alle haben Erwartungen an uns – aus solchen Gründen oder weil uns eingetrichtert wurde, dass es nie genug ist, dass es besser sein sollte. Für manche ist auch der Wunsch nach Anerkennung riesig. Es ist Zeit, von diesem Trip runterzukommen und zu lernen, auch mal alle Fünfe gerade sein zu lassen. Das Essen muss nicht um Punkt 8 Uhr auf dem Tisch sein und ja, ich kann sogar noch kochen, wenn meine Gäste schon da sind! Die stehen nämlich alle gern in meiner Küche herum und schauen bei einem Glas Prosecco zu, wie das Essen fertig wird.

Antistresstipp Nr. 1: Selbstläufer kochen 

Keine Experimente wagen, sondern auf Nummer sicher gehen und ein bewährtes Rezept aus der Schublade holen. Mit der Strategie fahre ich prima. Früher habe ich gern neue Gerichte ausprobiert, wenn Gäste anrückten. Oft ging das gründlich daneben. Bei guten Freunden ist das egal, da kann man gemeinsam drüber lachen. Wenn es sich aber um ein wichtiges Essen handelt oder man Gäste bewirtet, die noch nie da waren, kann das heikel werden – und stressig. Deshalb habe ich umgeschwenkt: Jetzt koche ich (fast) nur noch Speisen, von denen ich weiß, dass sie klappen. Oder ich wage mich pro Abend maximal an ein neues Gericht heran, während der Rest gleich bleibt. Das kündige ich dann ehrlich als kleines Experiment an. Das nimmt den Druck.

Antistresstipp Nr. 2:
Kleine(re) Brötchen backen tut’s auch

Vorspeise, Hauptspeise, Nachttisch – wer sagt denn, dass du das volle Programm abspulen musst? Als Gastgeberin bestimmst doch immer noch du, was es gibt. Ein toller Abend hängt nicht davon ab, dass die Tische sich biegen, sondern vielmehr dass die Stimmung stimmt und alle sich wohlfühlen. Das geht ebenso gut mit einer zünftigen Brotzeit oder – ganz handfest – mit Grünkohl und Pinkel. Meine Freunde freuen sich vor allem, dass ich sie mal wieder zusammengetrommelt habe. Gerade wenn am Tag der Einladung alles drunter und drüber ging, denk dran, dass du jederzeit den ursprünglichen Plan umwerfen darfst!

Antistresstipp Nr. 3:
Mit Verstärkung flutscht alles besser

Wenn es um eine wichtige Essenseinladung geht (oder meine Geburtstagsfeier), hole ich mir Hilfe: Dann sind wir ein kleines feines Küchenteam aus meinem Mann und guten Freunden und wuppen alles gemeinsam: Schnippeln, brutzeln, abschmecken, Tisch decken – und zwischendurch trinken wir uns schon mal warm. Das ist gesellig, fühlt sich super an und macht auch viel mehr Spaß, als wenn ich alleine in der Küche schwitze. Gut beschwingt bin ich entspannter und die schwere Gastgeberlast kommt gar nicht erst auf.

Du bist nicht alleine für den Abend „verantwortlich“!

Wie herrlich ist das denn?! Als Gastgeberin ist es nicht deine Aufgabe, den Alleinunterhalter zu spielen oder Miesepeter aus ihrem Formtief herauszuholen. Im Gegenteil: „Zu gute Gastgeber“ sitzen ihren Gästen manchmal unbemerkt zu viel im Genick vor lauter dies noch und das noch. Das muss jeder für sich alleine regeln! Ob ein Abend gelingt, hängt also überhaupt nicht allein von dir ab. Du sorgst für ein schönes Setting, sprich, schaffst den Rahmen, damit sich deine Gäste wohl fühlen. Das ist die beste Voraussetzung, dass ihr alle was Schönes draus macht!

Text - Claudia Hoffmann
Foto - GettyImages_Caiamagu

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Hallo. Ich bin Claudia Hoffmann. In meinem Blog schreibe ich über Rezepte, kulinarische Themen und vor allem: über leckeres Zeug, das jeder kochen kann, ohne dass es im Magen pappt und klebt.

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