Johannisbeerkuchen mit Mandeln

Saisonal backen: Jetzt sind die Johannisbeeren reif

Obst der Saison ist toll. Das schmeckt besonders gut. Außerdem ist es preiswert und du lebst mehr im Einklang mit den Jahreszeiten. Mir als Städterin macht das ein gutes Gefühl. Bei dem Überangebot im Supermarkt weiß ich längst nicht mehr, was wann wirklich wächst. Zeit, mal genauer hinzuschauen.

Johannisbeeren – kleine Beeren, große Wirkung

Bereits im Juni kannst du erntetechnisch aus dem Vollen schöpfen. Auch ohne eigenen Garten. Dann findest du auf Märkten viele grüne und bunte Leckerbissen aus heimischer Erde. Zum Beispiel Johannisbeeren. Ein Obst, so verführerisch und schön wie Liebesperlen, wenn es nur nicht so verdammt sauer wäre ...

Hübsch, aber sauer ...

Johannisbeeren gehören zur Familie der Stachelbeergewächse. Auch Stachelbeeren mag ich pur nur bedingt, weil sie so sauer sind. Beeren wie diese brauchen ein Umfeld, das ihre Säure ausgleicht. Der beste Puffer gegen Säure im Obst ist Zucker... Johannisbeermarmelade schmeckt deshalb so lecker, weil der Gelierzucker Ausgleich schafft. Besonders gern mag ich Johannisbeeren im Kuchen. Bei der „Träubletorte“ versinken sie in einem Bett aus köstlichem Mandel-Baiser und ein paar frische Beerenrispen krönen den Kuchen als Deko. Für einen besonderen Anlass ist diese Torte genau richtig. Sie ist nicht schwer, aber aufwändig, weil sie aus vielen kleinen Arbeitsschritten besteht.

Johannisbeerkuchen mit Mandeln
Johannisbeerkuchen mit Mandeln auf Teller

Noch ein Tipp für die Verarbeitung: Beeren sind empfindlich

Sie mögen es nicht, wenn du grob zu ihnen bist. Schnell kriegen sie Dellen oder werden matschig. Du musst sie also schonend verarbeiten. Am besten wäschst du sie in einem kleinen Wasserbad und legst sie anschließend vorsichtig auf ein Tuch zum Trocknen. Dann kannst du die Beeren von den Rispen puhlen.

Das Rezept: Träubletorte mit Johannisbeeren

(abgekupfert aus essen & trinken, aber leicht abgewandelt)

Teig (für eine Springform im Durchmesser von 25 cm):

  • 130 g Butter
  • 60 g Zucker
  • Prise Salz
  • 4 Eigelb
  • 250 g Mehl (ich nehme glutenfreies Mehl aus je 125 g Buchweizen- und Reismehl)
  • 3 EL eiskaltes Wasser

Füllung:

  • 750 g rote Johannisbeeren
  • 1 Vanilleschote
  • 80 g Butter
  • 220 g gemahlene Mandeln
  • 200 g Zucker
  • ¼ TL Zimt
  • 1 Messerspitze gemahlene Gewürznelke
  • 2 TL Wasser
  • 4 Eiweiß
  • 1 TL Zitronensaft
  • Prise Salz
  • 4 TL Speisestärke
  • 2 EL Puderzucker
  • außerdem 1 kg Hülsenfrüchte zum Blinkbacken, rote Johannisbeerrispen als Deko

Und so geht’s:

  • Butter ca. 30 Minuten vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur annimmt. In kleine Stücke schneiden. Mit Zucker und 1 Prise Salz in der Küchenmaschine verrühren. 3 Eigelbe kurz unterarbeiten. Mehl und 3 EL eiskaltes Wasser zugeben. Bei niedriger Geschwindigkeit unterrühren, bis alle Zutaten gerade verbunden sind. Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie packen und 1 h im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Für die Füllung die Johannisbeeren vorsichtig in einem kleinen Wasserbad waschen. Dann abtrocknen. Die Beeren vorsichtig von den Rispen lösen und zur Seite stellen.
  • Vanilleschote längs einschneiden und das Mark herauskratzen.
  • Butter bei mittlerer Temperatur in Pfanne schmelzen. 100 g gemahlene Mandeln, 100 g Zucker, Zimt, Nelken und Vanillemark zugeben und ca. 10 Minuten knusprig anrösten. Aber Achtung, dass nichts anbrennt. Auf einen Teller geben und abkühlen lassen.
  • Backform mit Butter einfetten. Gekühlten Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und in die Springform legen. Einen hohen Rand von ca. 4 cm formen und gut andrücken. Mehrmals mit der Gabel in den Boden einstechen. Form ca. 20 Minuten kalt stellen.
  • Einen Bogen Backpapier zerknautschen und glatt streichen. Auf den Kuchenteig legen und mit den Hülsenfrüchten befüllen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze, Umluft wird nicht empfohlen) auf der untersten Schiene 15 Minuten vorbacken. Hülsenfrüchte und Backpapier entfernen und weitere 3-5 Minuten backen. Auf ein Gitter setzen, restliches Eigelb mit 2 TL Wasser verrühren und den Boden damit bestreichen.
  • Für die Füllung Eiweiß, Zitronensaft und 1 Prise Salz in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührer steif schlagen. Restlichen Zucker + 2 TL Stärke hinzugeben und weitere 3-4 Minuten schlagen. Der Eischnee ist am Ende fest. Restliche Mandeln und geröstete Mandelmischung vorsichtig unterheben, dann die Johannisbeeren und die restliche Stärke hinzugeben und verrühren. Die Frucht-Masse auf den vorgebackenen Boden streichen und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad auf der untersten Schiene 50 Minuten backen. Nach 30 Minuten Backzeit mit Backpapier abdecken, damit die Torte oben nicht braun wird. 20 Minuten auf der Springform abkühlen lassen. Dann mit einem Messer vorsichtig am Backformrand entlang fahren und den Kuchen abtrennen. Springformrand lösen und die Torte vollständig abkühlen lassen. Mit 1 TL Puderzucker bestäuben und den Johannisbeeren garnieren. 

Weitere leckere Kuchenrezepte:

  1. Rhabarbergenuss ohne Zähneknirschen
  2. Glutenfreier Rührkuchen mit Süßkartoffeln und Schokolade

Text – Claudia Hoffmann
Bilder – Sven Treskatsch

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