Selbstgemachter Humus im Weck-Einmachglas mit Kichererbsen und Paprikapulver

Warum Natron der Kochturbo für deine Kichererbsen ist

Seit meiner Au-Pair-Zeit weiß ich: Kanadier und US-Amerikaner backen mit Natron und nicht mit Backpulver. Damals noch ein Exot in deutschen Küchen, wird Natron mittlerweile auch bei uns vielfältig eingesetzt. Auch ich bin ein Fan von dem weißen Pulver, das besonders beim Garen von Hülsenfrüchten hilft.

Speisenatron ist ein echtes Multitalent 

Ein bisschen von dem Zeug genügt, und schon geht’s ab. Dann wird Natron zum echten Allrounder und unterstützt dich dank seiner basischen Wirkung beim Backen, Kochen und Putzen. Ja, sogar bei Kater, Mundgeruch und Sodbrennen soll es Linderung verschaffen, habe ich gelesen. Warum? Weil Natron eine Base ist und als solche Säuren wie die Magensäure neutralisieren kann. Die steigt bei Sodbrennen fies die Speiseröhre hoch, was extrem unangenehm sein soll. Wenn du einen Teelöffel Speisenatron (kein Waschnatron!) in Wasser auflöst, umrührst und trinkst, wird es dir (hoffentlich) bald besser gehen.

Weck-Einmachglas mit selbstgemachtem Hummus

Mein absolutes Aha-Erlebnis: Mit Natron werden Kichererbsen schneller gar + weich

Seine Turboqualitäten entfaltet Natron beim Kochen von Hülsenfrüchten. Du gibst eine Prise ins Kochwasser und schon verringert sich die Garzeit um die Hälfte. Bohnen, (Kicher-)Erbsen und Linsen werden also schneller weich. Das ist praktisch, da sie ja sonst ewig köcheln müssen, bis sie endlich gar sind. Schnell greift man da zur Dose mit dem Fertigzeugs und produziert unnötigen Blechmüll.

Mit Natron wird das Kochen zum Kinderspiel. Auch das liegt an seiner Kraft als Base. Denn: Erhitzt man Natron und Wasser, kommt es in deinem Kochtopf zu einer chemischen Reaktion. Die führt dazu, dass sich das Pektin in den Zellstrukturen von Hülsenfrüchten schneller auflöst. Dadurch können sie besser Wasser aufnehmen und schneller garen. Pektin ist übrigens der Stoff in den Zellen, der Hülsenfrüchten und fast allen anderen Pflanzen Stabilität gibt.

Diese Weichmacherwirkung bei Hülsenfrüchten erzielst du übrigens nur mit der Kombi von Natron (= Base) und Wasser. Kippst du saure Substanzen in dein Bohnenwasser, verfestigen sich die Zellstrukturen der Bohne und die Kochzeit verlängert sich. Was hier hilft: Alles Saure wie Zitrone oder Essig erst zum Schluss hinzufügen.

Rezept für „Hummus à la americaine“

  • 200 g getrocknete Kichererbsen, abgespült
  • 1 Prise Natron
  • 3 EL Zitronensaft
  • 6 EL Tahin (jawohl! Das gibt dem Hummus ein schön nussiges Aroma und eine cremige Textur)
  • 2 EL Olivenöl + Öl zum Beträufeln
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder gepresst
  • ½-1 TL Salz (oder mehr, wenn du es gern salziger magst)
  • 2 TL gemahlener oder zerstoßener Kreuzkümmel
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • Paprikapulver als Deko

Und das Rezept geht so:

  • Kichererbsen mit ordentlich Wasser bedecken und über Nacht einweichen. Anschließend altes Wasser abgießen. Die Kichererbsen, 1 l Wasser und das Natron in einem großen Topf bei starker Hitze zum Kochen bringen. Dann auf niedriger Temperatur und unter gelegentlichem Rühren ca. 1 h köcheln lassen, bis die Erbsen weich sind.
  • 60 ml des Kochwassers zurückbehalten, den Rest wegkippen. Kochwasser abkühlen lassen.
  • In kleiner Schüssel Kochwasser mit Zitronensaft vermischen. In zweiter Schüssel Tahin und 2 l Olivenöl verrühren. 2 EL Kichererbsen als Deko für später zurückbehalten.
  • Die restlichen Kichererbsen, Knoblauch, Salz, Kreuzkümmel und Cayennepfeffer in Küchenmaschine fein pürieren. Das ist gar nicht so leicht, da die Masse ziemlich trocken ist und dem Rührstab die Flüssigkeit fehlt. Deswegen gebe ich recht schnell ein bisschen Zitronen-Kochwasser-Flüssigkeit hinzu. Weiterrühren, bis eine sämige Masse entsteht.
  • Langsam den Rest der Zitronen-Kochwasser-Flüssigkeit hinzugeben und ca. 1 Minute verrühren. Bei laufender Maschine (Achtung, dass nicht alles durch die Gegend fliegt) langsam die Tahin-Olivenölmischung untermischen und alles so lange pürieren, bis das Hummus glatt ist (Dauer ca. 1 bis 2 Minuten).
  • Hummus in ein Gefäß füllen und mit den restlichen Kircherbsen garnieren. Mit Olivenöl beträufeln. Ganz zum Schluss mit etwas Paprikapulver bestäuben.
  • Das Hummus kann bis zu fünf Tagen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Fotos: Claudia Hoffmann

 

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